Muaythai in Deutschland

Seit Beginn der 80er Jahre nahm das Interesse für das Muaythai in Deutschland ständig zu. Der Muaythai Bund Deutschland war von Beginn an federführend in der Verbreitung dieser thailändischen Kampfsportart und Selbstverteidigung. Heute ist der Stand der Dinge so, dass Muaythai bereits zur Olympischen Familie gehört und an den World Games, Tafisa Games, Arafura Games, SportAccord (GAISF) Combat Games und den FISU Worldchampionships teilnimmt.

Dies alles unter der Schirmherrschaft des Internationalen Olympischen Komitees.

Natürlich möchte jeder Thaiboxer einmal an einer echten Europa- oder Weltmeisterschaft im Muaythai, oder später einmal an den Olympischen
Spielen teilnehmen. Doch der Weg dahin ist sehr lang. Zuerst müssen in Deutschland die nötigen Strukturen geschaffen werden, welche unseren
Sportlern die Aufnahme in die Landessportbünde und den Deutsch Olympischen Sportbund ermöglichen…

..und dies ist sicher nicht ganz einfach. Seitens
des Muaythai Bundes Deutschland e.V. sind bereits Aufnahmeanträge der Landesverbände an verschiedene Landessportbünde und den DOSB
gestellt worden. Was hier in Deutschland fehlt ist die Zusammenarbeit aller Muaythai/Thaibox treibenden Organisationen, um die nötigen Mitgliedszahlen zur Aufnahme in die LSB‘s zu erreichen.

Viele gründeten mal eben selbst ihren Thaibox Verband oder schlossen sich internationalen Organisationen an, welche nun aber auch gar nichts
mit dem Muaythai auf der olympischen Schiene zu tun hatten. Mit Muaythai kann man Geld verdienen und da will man natürlich dabeisein.

Doch welchen Gefallen tun sich solche Organisationen oder den ihnen angeschlossenen Sportclubs und Sportlern? Teilnahme an nationalen oder internationalen Meisterschaften, ja sogar eigenen „Weltmeisterschaften“ , bei welchen sich jeder Sportler anmelden kann. Dies natürlich auch ohne jegliche Qualifikationen über Landes-Regional oder Deutsche Meisterschaften, um im Nationalteam aufgenommen zu werden. Folgt man den IOC Standards oder denen des Muaythai Weltverbandes IFMA (International Federation of Muaythai Associations) – anerkannt durch das IOC, treten auf den offiziellen Muaythai Weltmeisterschaften Nationalteams an, welche sich vorher qualifizieren müssten – genauso wie im Fussball. Ist es nicht peinlich, wenn auf einmal zwei deutsche Sportler
auf einer solcher Privat-Weltmeisterschaften im Finale gegeneinander antreten müssen? Ist es vernünftig, wenn auf solchen „Weltmeisterschaften“ keine Dopingkontrollen durchgeführt werden
oder die teilnehmenden Sportler noch nicht einmal versichert sind?

Welchen Wert hat dann solch ein Welttitel?

Als offizieller Vertreter der IFMA ist der Muaythai Bund Deutschland e.V. jederzeit bereit, Clubs und Sportlern, welche sich dem Muaythai verschrieben haben, die Türen zum offiziell anerkannten Muaythai Sport zu öffnen. Dies geht natürlich nur, wenn man auch die Vorgaben und Regeln der Landessportbünde, des Deutsch Olympischen Sportbundes und des Muaythai Weltverbandes einhält.

Organisierter und anerkannter Sport läuft eben nach Regeln, welche eingehalten werden müssen. Dies dient auch dem Schutz der Sportler, gerade im Juniorenbereich, wie auch der
Mitgliedsclubs.