Jahresrückblick 2016 des Muaythai Bundes Deutschland

Muaythai erhielt die olympische Anerkennung

 

mtbd-logo-gerVeranstaltungen des Muaythai Bundes Deutschland e.V. 2016 – Mit 52 Veranstaltungen im Jahr 2016, verteilt über das gesamte Bundesgebiet, kann man mit Fug und Recht behaupten, daß die MTBD Verantwortlichen und Promoter doch etwas richtig gemacht haben. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt der Arbeit insbesonders in der Jugendarbeit und der Gleichstellung der Frauen innerhalb des Verbandes.  Gerade im Jugendbereich waren große Fortschritte erkennbar, was natürlich auch auf die Arbeit einiger Landespräsidenten zurückzuführen war.  Regelmäßige kostenlose Landeskaderlehrgänge sorgten dafür, daß sich mehr Kids und Jugendliche zu den Wettkämpfen und Lehrgängen des MTBD angemeldet hatten und sich dadurch auch für das Nationalteam qualifizieren konnten.
ifma_logo_2012Teilnahme der Muaythai Nationalteams an internationalen Veranstaltungen – 2016 standen die Senioren-Weltmeisterschaft in Schweden, die Junioren-Weltmeisterschaft in Thailand, sowie die Europameisterschaft in Kroatien auf dem Programm. Die Nationalteams kamen für Deutschland mit Gold-, Silber- und Bronzemedaillen zurück. Eine erstaunliche Leistung, daß die MTBD Sportler dies ohne jegliche finanzielle Unterstützung, wie man dies vom Boxen, Ringen oder Judo kennt, schafften.  Schickt man Nationalteams zu einer internationalen IFMA Meisterschaft, müssen diese durch einen anerkannten Verband (MTBD) geschickt werden und die Sportler müssen sich vorher auf den Landesmeisterschaften und der Deutschen Meisterschaft (MTBD) qualifizieren.  Wie hoch dann die Leistungsdichte bei der IFMA ist, merken Sportler, welche vorher in anderen Verbänden Titelhalter waren, sehr schnell. Es ist wirklich schon ein Leistung, bei der IFMA auch nur mit einer Bronzemedaille nach Hause zu kommen. Im kommenden Jahr stehen für die MTBD Sportler die Muaythai Weltmeisterschaft in Belarus, sowie die World Games (I.O.C.) in Polen an.

 

juliawicher2Frauenbeauftragte im Muaythai Bund Deutschland – Julia Wicher wurde auf der Mitgliederversammlung des MTBD in Dillingen zur Bundes-Frauenbeauftragten gewählt. Unterstützt wird sie von den Landes-Frauenbeauftragten der Muaythai Landesverbände. Julia startete auch gleich durch und schafft sich nun ein Netzwerk, um mit Frauen im Muaythai Kontakte aufzubauen. Ihr Aufgabe besteht nicht nur darin, die Rechte der Frauen im MTBD zu schützen, sondern auch dafür zu sorgen, daß der MTBD mehr Frauen in den Trainerausbildungen und Wettkämpfen sieht, was natürlich für das Damen-Nationalteam enorm wichtig sein wird.

Muaythai against drugs – MAD ist ein Sozialprojekt des World Muaythai Councils (WMC), welche durch den Muaythai Bund Deutschland gefördert wird.  In diesem Projekt wird mit Jugendlichen gearbeitet, welchen Werte wie Disziplin, Respekt, Einhaltung von Regeln und Tradition näher gebracht werden. Dieses Projekt wurde durch MTBD Präsident Detlef Türnau an der Hans Sachs Schule in Grevenbroich gestartet und war ein Riesenerfolg. Etliche große Sponsoren beteiligten sich an diesem Projekt. Mittlerweile läuft dieses MAD Projekt auch in Baden Württemberg und Bayern an verschiedenen Schulen, was insbesonders dem Präsidenten des bayrischen Muaythai Landesverbandes, Roland Steinle, sowie Roman Carevic (Bodensee Gym) zu verdanken  ist. Im kommenden Jahr werden noch weitere Schulen und Jugendeinrichtungen dazu kommen.

Kampfrichterwesen des Muaythai Bundes Deutschland – In diesem Bereich, welcher von Jürgen Lebbing in Deutschland geleitet wird, hat sich viel getan. Etliche Ausbildungen der einzelnen Kampfrichterausbildungsstufen fanden in diesem Jahr statt und im kommenden Jahr sind weitere Kampfrichter-Fortbildungen für bereits lizenzierte Kampfrichter festgeschrieben, um diese immer auf dem neuesten Stand der Dinge zu halten.  Das beim MTBD fair und neutral gewertet, hat sich mittlerweile auch bei Promotern rumgesprochen, welche nicht zum MTBD gehören. Mehrmals wurde von diesen Promotern eine MTBD Jury angefordert, um Neutralität auf ihren Veranstaltungen zu garantieren. International hat sich mittlerweile Jens Wilke durchgesetzt, der MTBD Mann für Auslandseinsätze. In findet man immer auf Europa- und Weltmeisterschaften und Jens wurde jetzt von der IFMA in Bangkok als bester Kampfrichter ausgezeichnet.

European Muaythai League – Die E.M.L. geht im April 2017 in Dresden in die 4.Runde. Auch hier werden sich wieder die besten deutschen Thai Boxer in den Gewichtsklassen – 66,68 kg, – 72,57 kg und 76,20 kg messen.  Die Ausschreibung für die E.M.L. in Dresden ist bereits raus und man kann sicher sein, daß der Dresdner Promoter wieder alles geben wird, um diese Veranstaltung wieder zu einem TOP Ereignis werden zu lassen.
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Muaythai erhielt die olympische Anerkennung – Der 6.Dezember 2016 ist ein Meilenstein in der Geschichte des Muaythai weltweit.  Das Internationale Olympische Komitee (I.O.C.) nahm Muaythai unter dem Weltverband I.F.M.A. (International Federation of Muaythai Amateurs) in die olympische Familie auf.  Nach weiteren drei Jahren wird die I.F.M.A. Vollmitglied werden und kann dann den Antrag stellen, Muaythai in das olympische Sportprogramm aufzunehmen.  Ein Riesenschritt für alle Thai Boxer hier in Deutschland.

fairplay

Wie gehen wir in Deutschland mit der olympischen Anerkennung des Muaythai um und was bedeutet diese für uns?  Es gab viele Zweifler, welche nie daran glaubten, daß Muaythai eines Tages olympisch wird. Es gab viele Clubleiter, welchen die Auflagen und Vorgaben des MTBD, der Landessportbünde und des Deutsch Olympischen Sportbundes, zuviel waren.  Sie schlossen sich lieber Organisationen an, bei welchen man leichter an Titel kam, kaum Regeln einhalten mußte und wo jeder Sportler sich zu einer „Weltmeisterschaft“ anmelden konnte, ohne eine seriöse Qualifikation dafür durchlaufen zu haben. Organisationen, welche keinerlei Bezug zum Muaythai oder Anerkennung in der Welt des Muaythai genießen. Zumeist wurden die Sportler dann auch noch auf „Meisterschaften“ angemeldet, auf welchen noch nicht einmal ein Versicherungsschutz für die Sportler bestand. Über den Wert solcher Titel und Veranstaltungen braucht man heute nicht mehr zu streiten.

Sind diese Clubleiter oder Sportler nun die Verlierer im Muaythai?  Nein, nicht beim Muaythai Bund Deutschland. Seit Jahren propagiert der Muaythai Bund Deutschland, daß für alle Interessenten die Türen offen stehen. MTBD-Fair Play ist ein Slogan, welcher uns wirklich etwas bedeutet. Wir sprechen mit jedem, welcher sich wirklich für das Muaythai interessiert. Wir wollen gemeinsam mit allen Muaythai Clubs und Thai Boxern in die Landessportbünde und den Deutsch Olympischen Sportbund gehen.  Die Vorteile liegen auf der Hand. Versicherung der Sportler, finanzielle Unterstützung der Clubs und eine Top-Förderung junger Talente, Förderung der Frauen im Muaythai, Teilnahme an wirklich großen Meisterschaften/Events wie echten und anerkannten Europa- und Weltmeisterschaften, SportAccord Games, World Games und später den olympischen Spielen. Natürlich muß man dafür Regeln und Vorgaben einhalten, aber dadurch bringen wir Muaythai zu einer anerkannten Sportart in Deutschland, was im Hinblick auf Sponsoring sehr wichtig ist. Das können wir alle gemeinsam schaffen. Anfang des kommenden Jahres  werden die Landesverbände des MTBD Informationsveranstaltungen organisieren, zu welchen alle Muaythai/Thai Box Clubleiter in Deutschland eingeladen werden. Hier werden die Vorteile einer Mitgliedschaft im Muaythai Bund Deutschland und den Landesverbänden nochmals deutlich dargelegt und Fragen beantwortet.
One World – One Muaythai.

jahresrueckblick